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100 Jahre Kirchenchor St. Cäcilia

„Musik und gemeinsames Musizieren haben einen unschätzbaren Wert in der Gesellschaft“, erklang es am Samstagabend häufig im großen Saal des Don-Bosco-Hauses in Klein-Auheim. Dort nämlich feierte der katholische Kirchenchor „St. Cäcilia“ der Gemeinde St. Peter und Paul sein 100-jähriges Bestehen.  
Neben Sektempfang und belegten Brötchen wurde den Gästen ein Festprogramm mit Ansprachen, Ehrungen und musikalischen Beiträgen geboten. Der Feier vorausgegangen war ein Festgottesdienst, der vom Kirchenchor sowie einigen Gastsängern und –sängerinnen gestaltet wurde.
Vorsitzende Hildegard Ball begrüßte zunächst Gäste und Chormitglieder sowie die Ehrengäste, unter ihnen Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Dekan Dieter Bockholt, Ortsvorsteher Erich-Klaus Kirchner sowie Pfarrer Jude Njoku und Pfarrer Elmar Sprenger und dessen Vorgänger in der Gemeinde St. Peter und Paul, Pfarrer Klaus Gaebler und Pfarrer Walter Deutsch.
Musikalisch untermalt wurde der Festakt von dem Instrumentalensemble „Stringendo“, und von der Solistin Alexandra Reichert, die von David Hoffmann auf dem Klavier begleitet wurde.
OB Claus Kaminsky sprach im Namen der Stadt seinen Glückwunsch zum Jubiläum aus. In einem chronologischen Rückblick beleuchtete er die zeitlichen Begleitumstände der Entstehungsgeschichte von „St. Cäcilia“. Er betonte weiterhin, welche besondere Aufgabe und Bedeutung der Musik, die Menschen anrühre und begeistere, zukäme. Ebenso sei er sich sicher, dass es dem Chor gelänge, immer wieder auch junge Menschen zum Mitmachen zu animieren, und überreichte letztendlich ein Präsent von 500 Euro.
Für den engagierten und regelmäßigen Dienst in der Gemeinde, wie etwa die Bereicherung der Gottesdienste, dankte außerdem Pfarrgemeinderat Dr.Gerhard Bauer. Nur der jahrzehntelange Einsatz vieler Sängerinnen und Sänger mache den Gedanken über eine Zukunft in der Kirchenmusik überhaupt noch möglich, lobte er.
Im Namen des Verwaltungsrates ließ Pfarrer Elmar Sprenger dem Kirchenchor 1000 Euro zukommen, die nur allzu gut zu gebrauchen seien, wie Hildegard Ball erfreut bemerkte. Chorleiterin Gabriele Müller hoffte auf ein noch langes Bestehen und unterstrich, wie wichtig es sei, junge Menschen zur Musik und zum Singen zu ermutigen. Diese Möglichkeit sei ihnen heutzutage, in der Schule etwa, oft verwehrt, obwohl Müller selbst auf großes Feedback bei den Jugendlichen gestoßen sei.
Ein kurzes, aber herzliches Wort richtete auch Pfarrer Walter Deutsch an „St. Cäcilia“, und betitelte die Leistung im Gottesdienst als „spitze“ und „einen Genuss“. Er selbst habe die Erfahrung gemacht, wie schwer es sein kann, nicht nur Lieder auszusuchen, „die die Gemeinde kennt, sondern die auch der Organist spielen kann“, und war daher sehr angetan von der Vielfalt des Kirchenchors.
Pfarrer Klaus Gaebler zeigte sich ebenso begeistert von dem schon ein Jahrhundert bestehenden Zusammenwirken, und dankte besonders Gabriele Müller für die Übernahme der Chorleitung 1998.
Amüsante Anekdoten aus der Chronik des Chors wussten Hildegard und Hubert Ball zu erzählen, etwa als während des Zweiten Weltkrieges Mitgliedermangel herrschte und der erste Dirigent des bisher nur männlich besetzten St. Cäciliens, Rektor Georg Schmitt, junge, unverheiratete Frauen als „Nothelfer“ verpflichten musste.
Im Rahmen der Feier wurden außerdem noch langjährige Mitglieder und Helfer geehrt; Anneliese Spahn für 60 Jahre als aktive Sängerin, Ehrenfried Stecher für 70 Jahre als förderndes Mitglied, und Doris Schneider und Fritz Malsy für jeweils 25 Jahre fördernd. Eine besondere Ehre wurde dem Kirchenchor durch die Verleihung der „Palestrina-Medaille“ als Dank und Anerkennung für Verdienste um die Kirchenmusik des Allgemeinen Cäcilien-Verbandes für Deutschland zuteil, die von Dekan Dieter Bockholt überreicht wurde.
Text: F. Jäger Bilder: St. Reitz/F. Jäger